Walsertrunk entstand im Kopf und im Herzen der Crew der Cave du Rhodan.
Wie ist die Idee zu „Walsertrunk“ entstanden?
Weder durch gezielte Produktentwicklung noch durch intensive Marktabklärungen.
Es war ganz einfach eine plötzliche Eingabe, als wir uns mit dem Thema
Walser auseinadersetzten. Wir fanden es sofort spannend, die Walliser Weinkultur
mit der 800jährigen Kultur der Walser in Verbindung zu bringen - beides
hat den Ursprung Wallis. Da war es naheliegend, mit der Walsersiedlung und
Weinregion Maienfeld im Kanton Graubünden zusammenzuarbeiten und einen
neuen Wein aus der Taufe zu heben.
Was ist Walsertrunk?
Walsertrunk ist eine Assemblage aus Blauburgundertrauben aus Salgesch und
aus Maienfeld ergänzt durch die alte Walliser Weinsorte Cornalin, die
schon im frühen 13. Jahrhundert, also zur Zeit der Walserzüge, im
Oberwallis angebaut wurde. Daraus entsteht ein vollmundiger Rotwein, der die
Vorteile dieser Sorten voll zur Geltung bringt. Neben der hohen Qualität
des Weins ist der geschichtliche Hintergrund des Walsertrunks sehr wichtig.
Denn dieser Wein schlägt eine Brücke zwischen den ersten Walsern,
die vor 800 Jahren das Wallis in Richtung Graubünden verliessen und den
heutigen Walsersiedlungen im gesamten Alpenbogen.
Und was hat diese Tradition mit Wein zu tun?
Guter Einwand! Denn trotz intensiver Nachforschungen ist es zumindest unwahrscheinlich,
dass die Rebe den Weg in den Kanton Graubünden via Walser gefunden hat.
Tatsache ist aber, dass Wein in der Walliser Kultur einen sehr wichtigen Stellenwert
hat und daher auch seinen Platz in der Walser Kultur erobern darf.
Tönt eher nach Marketinggag als nach einem langfristigen Projekt?
Es wäre nicht ganz redlich, den Marketinggedanken in Abrede zu stellen.
Denn immerhin sind viele bedeutende Tourismusorte wie Davos, Arosa, Klosters
oder Flims Walsersiedlungen und damit Zielgebiet für unseren Weinabsatz.
Es ist auch kein Geheimnis, dass es Walliser Weine im Kanton Graubünden
schwer haben, sich gegen die Konkurrenz aus dem Süden durchzusetzen.
Trotzdem ist es keine Eintagsfliege, sondern der Start eines Projektes, das
einem ausgezeichneten Wein mit geschichtlich-traditionellem Hintergrund den
Markteinstieg ermöglich soll.
Also Weinabsatzförderung durch die kulturelle Hintertüre?
Wenn damit ein positiver Ansatz gemeint ist - dann umso lieber. Denn Wein
bildet heute einen wesentlichen Bestandteil unserer Ess- und Tischkultur.
Wenn man dabei alte Traditionen und kulturelle Verbindungen wiederbeleben
kann, ist daran doch nichts auszusetzen. Im Gegenteil: Vielleicht wird sich
ein Gast der Walser Kultur erst bewusst, wenn er über einen guten Tropfen
und die entsprechende Erklärung Zugang zu dem Thema findet. Ein Blick
in die Talschaften von Davos oder Arosa zeigt, dass die Walser Kultur dort
in Architektur und Spache noch lebendig ist. Wenn ein Gastronom dem Gast diesen
Kulturschatz über den Gaumen zugänglich macht, ist dies für
alle eine positive Sache. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwelche
Weine aus der neuen Welt besser zur Walser Kultur passen sollen, als Walsertrunk.
Oder? Wichtig ist, dass die Gastronomie von der Qualität des Produktes überzeugt
ist. Erst dann lässt sich der Profi auch von der Tatsache überzeugen,
dass er damit dem Gast nicht nur einen Rotwein, sondern ein Glas randvoll
mit Geschichte und Geschichten serviert.